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Rezension des Philharmonie-Konzertes vom 30.10.2005:
Kölnische Rundschau, 2. November 2005
Erstarrte Musik
Michael Reif und die Kölner Kurrende boten ein stimmiges Chorkonzert
Von MATTHIAS CORVIN
Pessimistischer als Luigi Cherubini (1760-1842) kann man ein Requiem
kaum ausklingen lassen. Wo bei anderen Komponisten die Hoffnung auf das
ewige Licht im Jenseits aufblüht, herrscht bei ihm finsterste
Nacht. Im "Agnus Dei" seiner c-Moll-Totenmesse erstarrt die Musik zu
eisigen Tönen. Ein verwirrendes und für die Entstehungszeit
1817 äußerst modernes Ende.
Dass sich Michael Reif mit der Kölner Kurrende dieses Werks in der
Philharmonie annahm, war eine mutige und zugleich glückliche Wahl
- wird doch der lateinische Text ganz vom Chor gestaltet. Er sang das
Werk mit viel Umsicht und Gefühl. Alles wirkte zart und sanft
schattiert. Und auch die Philharmonie Südwestfalen verwöhnte
mit schönem Klang und gelungenen Holzbläsersoli.
Cherubinis Tristesse passte zu Brahms' "Altrhapsodie" und den "Vier
ernsten Gesängen" im ersten Teil. Claudia Darius (Alt) und Klaus
Mertens (Bariton) gestalteten die Werke ausdrucksvoll und mit
schönem Timbre. Beethovens Chorfantasie steht zwar in der gleichen
Tonart wie Cherubinis Requiem, wirkt jedoch viel diesseitiger.
Gleichwohl ergänzte sie die Matinee gut. Wolfgang Manz war ein
ungemein souveräner Pianist, der den Lobgesang auf die Kunst vom
Flügel aus steuerte. (mco)
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