Pressestimmen


Rezension des Philharmonie-Konzertes vom 23.12.2006:

Kölner Stadt-Anzeiger, 27. Dezember 2006

Ein milder Glanz zum Fest
Die Kölner Kurrende und das Neue Rheinische Kammerorchester erfreuten mit Bachs Weihnachtsoratorium in der Philhamonie.

Von MARIANNE KIERSPEL


Die Kölner Kurrende und das Neue Rheinische Kammerorchester gaben mit Bachs Weihnachtsoratorium - Kantaten I bis IV – ein wahres Fest. In der restlos ausverkauften Philharmonie ließ sich zum Schluss sogar das Publikum einladen, den Choral "Ich steh an deiner Krippen hier" mitzusingen. Zwar hatte der Leiter Michael Reif vor dem vollen Haus zunächst auf Disziplin gepocht, da klang das "Jauchzet, frohlocket" noch wie ein Befehl.
Doch Bachs Zauber entwaffnet: Bald verzichteten Pauken und Trompeten auf Schneid und gaben dem Choral "Ach, mein herzliebes Jesulein" göttlichen Glanz. Bald auch repräsentierte die große, dabei bewundernswert flexible Kurrende eine erwartungsfrohe Gemeinde oder auch schwerelos jubilierende Engel im Chor "Ehre sei Gott". Im Großen und Ganzen hielt Reif die Musik schön in der Schwebe.

Eigenwillige Tempi

Es gab nur kleine Schönheitsfehler, wenn es etwa zu eigenwilligen Temposchwankungen in der Arie "Schlafe, mein Liebster" kam. Auf gute Continuospieler war ebenso Verlass wie auf ausdrucksstarke Solisten an Trompete, Flöte, Violine und Oboe. Nur das unabgestimmte Geigenduett entsprach nicht ganz der insgesamt hohen Spielkultur.
Bei Bach fühlte sich zumal auch das Sängerquartett zu Hause. Da entzückten homogene Sopran-Bass-Duette (Gabriele Hierdeis, Klaus Mertens), und Alison Browners Alt-Arien rührten an, obwohl der hohe Mezzo Bachs dunkle Farben nur andeuten konnte. überraschend sanft, mit leicht gedecktem Ton sang der junge lyrische Tenor Marcus Ullmann. Sein ganz unangestrengter Bericht des Weihnachtsevangeliums hat viel beigetragen zum milden Glanz dieses Bach-Konzerts.