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Rezension des Philharmonie-Konzertes vom 11.01.2009:
Kölner Stadt-Anzeiger, 13. Januar 2009
Eine leicht verspätete Frohbotschaft
Die Kölner Kurrende gab in der Philharmonie Bachs Weihnachtsoratorium
Von MARIANNE KIERSPEL
Karneval naht. Da blieben selbst bei Bachs Weihnachtsoratorium viele Plätze leer. Schade.
Schließlich sind drei der sechs Kantaten für die Zeit von Neujahr bis Dreikönig bestimmt.
Und die Aufführung (I, IV, V, VI) der Kölner Kurrende war eine Freude. Zwar ließ Michael Reif
im Eingangssatz "Jauchzet, frohlocket" noch rabiat die Eins betonen, auf Kosten von Neben-
und Endsilben. Doch steigerte sich der Chor, wurde die Artikulation präziser, das Klangbild
transparenter. Der Lobpreis "Ehre sei dir, Gott gesungen" schließlich klang fein kammermusikalisch
durchgezeichnet.
Manchmal überdeckte der gut 50-stimmige Chor zwar das zarte historische
Instrumentarium des "Concerto con Anima", besser bekannt unter dem alten Namen "Johann Christian
Bach-Akademie". Doch die Barockexperten um die Konzertmeisterin Ingeborg Scheerer animierten mit
beschwingtem, im Ton fein modulierten Spiel (Geigen, Oboen, Trompeten) dazu, Bach zu vertrauen,
seiner musikalischen Redekunst und seiner ausgebufften Rhythmik.
Gut passten die schlanken Solostimmen, der Altus Martin Wölfel, die mit Jugendfrische entzückende
Sopranistin Nadine Balbeisi und der Bass Sebastian Noack, wenn auch seine Tiefe blass blieb. Der Tenor
Christoph Genz bot tänzerisch bewegte Arien und erzählte als Evangelist, zart Anteil nehmend, vom
Geschehen um die drei Weisen und den falschen Herodes. Fragt sich nur, warum so viele Secco-Rezitative
von der etwas zähen Orgel gestützt wurden. Besser passte das silbrige Cembalo, gerade weil die
Darbietung mit Bachs froher Botschaft das Herz so leicht machte.
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