|
Rezension des Philharmonie-Konzertes vom 23.12.2009:
Kölner Stadt-Anzeiger, 28. Dezember 2009
Ein wahrer Schatz der Musikszene
PHILHARMONIE 2000 Zuhörer kommen zum Weihnachtssingen
Von GERHARD BAUER
Das traditionelle "Festliche Weihnachtssingen Kölner Chöre" genügte einer Forderung von
Jahrhunderten, derzufolge geistliche Lieder "frisch, fromm, fröhlich und frei" zu klingen haben.
Und wirklich war, was vom Podium angeboten und vom Saal übernommen wurde, dem
Weihnachtsgedanken in Stimmung und Gehalt stets angemessen: Vier Chöre gaben in vier
Abschnitten die Vorlage, und 2000 Zuhörer folgten ihr - begeistert, andächtig, stimmstark.
Es wird im Ermessen des Einzelnen liegen, ob das Zuhören oder das Mitsingen schöner war.
Die "Profis" jedenfalls blieben an Animation nichts schuldig: "Köln-Chor", "Bach-Verein"
"Kartäuserkantorei" und "Kölner Kurrende" gefielen auch unter absoluten Qualitätsmaßstäben.
Die Kölner Chöre sind schon ein wahrer Schatz der Musikszene.
Das Neue Rheinische Kammerorchester stellte der stilistischen Vielfalt der Gesänge einen
sicheren instrumentalen Untergrund, und schwieg nur zum Auftritt der Kartäuserkantorei.
Dieses Ensemble sang A-cappella-Varianten bekannter Stücke ("Maria durch ein Dornwald
ging") und setzte mit diesen strengen Sätzen nachhaltig den Charakter des Abends. Das
Programm war nirgends anbiedernd populär, hatte auch zeitgenössische Musik von Ralph
Vaughan Williams, Karl Jenkins oder dem Kölner Komponisten Hansjakob Grewelding riskiert.
Der Erfolg gab der Maßnahme nach zweieinhalb Stunden recht: zufriedene Gesichter, wohin
man auch blickte.
|