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Rezension der Schöpfung von Joseph Haydn vom 25.01.2004 in der Kölner Philharmonie aus der Kölnischen Rundschau. Kölnische Rundschau, 27.01.2004
Springende Tiger im frischen Grün Von Matthias Corvin
Mit einer prächtigen "Schöpfung" gastierte die Kölner
Kurrende am Wochenende in der Kölner Philharmonie. Michael Reif
hatte bei der Einstudierung ganze Arbeit geleistet. Der Chorklang war in
allen Stimmlagen sauber und abgestuft, kraftvolle Chorsätze standen
neben fein ausgehorchten Piano-Gesängen. So gelang gleich der erste
Einsatz "Und der Geist Gottes schwebte auf der Fläche der Wasser"
mit eindrucksvoller Schwerelosigkeit.
Keine Frage, der Abend gehörte ganz der vorbildlichen Kurrende. Hinzu kam jedoch noch das farbig agierende Neue Rheinische Kammerorchester. Es spielte besonders bildhaft, wo Haydn plätschernden Regen, gleitende Vögel und springende Tiger schildert. Deutlich orientierte man sich an der historisierenden Aufführungspraxis. Der Charakter einzelner Instrumente kam deutlich heraus. Dennoch entstand insgesamt ein schlanker Eindruck, der den Chorklang gut ergänzte. Nur gelegentlich fielen klapprige gemeinsame Einsätze auf. Auch die Solisten besaßen durchweg leichte Stimmen: Ulrike Staude sang mit einem etwas engen, doch vorbildlich geführten Sopran die Partien Gabriel und Eva. Die Pastoral-Arie "Nun beut die Flur das frische Grün" gelang etwa mit flüssigen Koloraturen und schönem Ausdruck. Vor allem im Liebesduett zeigt sie ihr ganzes Können. Bertold Schmidt sorgte mit seinem hellen Tenor vom ersten Ton an bei "Und Gott sah das Licht, dass es gut war" für wohlige Stimmung. Der Bass Jörg Hempel strahlte als Raphael weniger "englische" Autorität als Güte aus. Besonders die leisen Stellen gelangen ihm mit angenehmen Timbre. Insgesamt ein sehr geschlossenes Terzett, das am Schluss noch durch die Altistin Claudia Darius ergänzt wurde. Beifall und Jubel.
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