Auszüge aus der Rezension der Johannes-Passion vom 17.3.2001 in
der Abteikirche Marienmünster aus der Westfalenpost:
Kölner Kurrende und Barockorchester
"Le Nuove Musiche" führten Johannes-Passion auf
Zusammenspiel aller Interpreten begeisterte
Marienmünster (WB). Die Passionsgeschichte in
musikalischer Form zu erzählen, hat eine lange Tradition. Und doch ist es
immer wieder ein Name, ein Komponist, der in unmittelbarer Verbindung zu den
Passionen steht. Denn Johann Sebastian Bach brachte mit der oratorischen
Passion diese Form zur Vollendung. In den Genuss seiner großen Meisterwerke
kamen am Wochenende die Zuhörer in der Abteikirche Marienmünster, wo die
Kölner Kurrende, das Barockorchester "Le Nuove Musiche" und
renommierte Solisten die Johannes-Passion zur Aufführung brachten. Die
souveräne Darbietung quittierte das Publikum mit minutenlangem Applaus.
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Prägend für den Chorpart aber auch der ausgreifende Eingangs- und
Schlusschor, der das Marienmünsteraner Publikum gefangen nahm.
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Die Kölner Kurrende verstand es, die Worte der Bibel musikalisch
auszudeuten [...] Dramatisch und anprangernd zu Beginn der Passion
wendet sich das Blatt und es überwiegt die Darstellung des
Königlichen, erlösten Jesu, nicht die des leidenden und zum
Lügner degradierten. Aus der klagenden Meute wird im Schlusschor
die verehrende Gemeinde, die voll Ehrfurcht ruft: "Ich will Dich
preisen ewiglich!"
Nuancen- und abwechslungsreicher Gesang, Intonationssicherheit in
jeder Stimme, saubere, akzentuierte Aussprache und ausgeprägte dynamische
Fertigkeiten zeichneten die Kölner Musiker unter der Leitung von
Michael Reif dabei aus - stets im Einklang mit dem Barockorchester.
Denn es war das Zusammenspiel aller Interpreten, das begeisterte und
das die Johannes-Passion zu einem gewaltigen Klangkörper werden ließ.
So zeigten sich auch die solistischen Darbietungen nicht als Alleingänge,
sondern als bereichernde Momente, die das Gesamtwerk einem roten Faden gleich
durchzogen.
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