Pressestimmen


Rezension des Weihnachtssingens Kölner Chöre in der Kölner Philharmonie:

Kölner Stadt-Anzeiger, 24.12.2004

Der Sopran sorgte für Gänsehaut
VON MARIANNE KIERSPEL

Drei Kölner Chöre sangen in der Philharmonie festlich zur Weihnacht - unter Einbeziehung des Publikums. Wer dem Herrn ein neues Lied singt, wie alle drei Kölner Chöre in der Philharmonie, kann mit John Rutters Magnificat von 1990 selbst jungen Hörern Bibeltexte (Lk. 1,46-55) erschließen. Die Kölner Kurrende beherrschte Rutters Pop- und Jazzelemente, die Jubel, Innigkeit und die Vision vom Umsturz schlechter Machtverhältnisse auffrischen. Michael Reif sicherte zwar erste Einsätze der Laien nicht genug ab, feuerte sie aber zum begeisternden Crescendo an. Er leitete vorerst nur Auszüge, die Hedwig Kucharczyk am Klavier rhythmisch straff begleitete. Zauber ging von Ursula Dimmer-Thies aus, sie gab Marias Lobgesang einen jungen, schlanken, reinen Sopran, der für Gänsehaut sorgte.

Dezenter liebte es Domkapellmeister Eberhard Metternich. Sein fabelhaftes Vokalensemble Kölner Dom bescherte, wie später auch der Kleine Chor Köln, alte Weihnachtslieder in neuen A-cappella-Sätzen. Oft überraschte, wie das Weihnachtsthema Komponisten, von Max Reger bis Eric Whitacre, besänftigt. Die jungen Profis in ausgeglichener Besetzung beherrschten weite Aufstellung, heikle Polyphonie und exponierte Soli. Aus dem verhaltenen Vortrag stachen die Kriegsbilder in Schönbergs "Friede auf Erden" umso herber hervor.

Andreas Meisner schließlich, der als Orgelsolist arg ruppige Einlagen bot, leitete seinen Kleinen Chor zu gespannten Melodiebögen an. Am besten gefielen zarte, glockige Töne bei Max Reger.

Auch das Publikum war beim Weihnachtssingen gefragt. Es wurde von allen drei Chören auf den Treppen quasi umarmt und liebevoll geführt.