Pressestimmen


Rezension des Weihnachtssingens Kölner Chöre vom 08.12.2001 in der Kölner Philharmonie aus der Kölnischen Rundschau:

Kölnische Rundschau, 11. Dezember 2001

Hymnische Töne: Drei Kölner Chöre luden zum Weihnachtsskonzert
Aus 220 Sängerkehlen

Von J. Schwermer

Es kommt ein Schiff geladen bis an den höchsten Bord der ausverkauften Philharmonie. Ihm entsteigt die Sängerschaft von drei Kölner Chören zum festlichen Weihnachtssingen: die Kölner Kurrende (Leitung: Michael Reif), der Oratorienchor Köln (Leitung: Andreas Meisner), der Philharmonische Chor Köln (Leitung: Horst Meinardus), zusammen 220 Sangeskehlen. Das Programm des Konzertes war auf einen hohen Qualitätston gestimmt: mehr hymnisch im ersten, mehr folkloristisch im zweiten Teil. Kein einziges Werk liebäugelte mit jener Musik, die das rote Senilchen, genannt "Weihnachtsmann", umschmalzt.

Auf weich schwingenden Flügeln mit guter Pianokultur gab die Kölner Kurrende ein Stelldichein von Vergangenheit und Gegenwart, wobei die zeitgenössischen Komponisten J. Sandström und D. Major mit ihren Werken jede aggressive Klangklippe umschifften. War die dreifach unterschiedliche Aussprache des "Gloria in excelsis Deo" Zufall oder Absicht? Die Chöre von Felix Mendelssohn gelangen besonders eindringlich.

In schmuckem Outfit schürfte der Oratorienchor Köln nach Weihnachtsgold vorwiegend des 19. Jahrhunderts. Das Adieu der Hirten von Hector Berlioz (aus dem Oratorium "Die Kindheit Christi" - "L'enfance du Christ") und das Dreikönigslied aus den Weihnachtsliedern op. 8 von Peter Cornelius, bei dem der begleitende Klavierchoral vom Chor übernommen wurde, (Solistin: Mila Feiden, Mezzosoporan) strömten mit wärmender Klangvollkraft (die auch Chöre von F. Mendelssohn einbezog) vorüber. Andreas Meisner funkelte brillant mit einer Orgel-Toccata von Theodore Dubois, eingehüllt in romantische französische Orchesterorgel-Farben. Dass bei "Adeste, fideles" die Sangesaktivierung des Publikums nicht recht zünden wollte, lag wohl daran, dass ein portugiesisches Lied in englischer Sprache mit ungewohntem deutschen Text kombiniert wurde.

Der Philharmonische Chor blendete die Scheinwerfer europäisch auf und kehrte mit Bach ("Wachet auf" Orgel: Paul Wißkirchen) wieder zu den Urquellen zurück. Mit viel Einfühlung gelangen dem Ensemble duftiges Hirtenrokoko, slawische Inbrunst und spanisches Weihnachtslachen. Mit allen Chören und Hörern erbrauste am Schluss das Kölner Leib- und Magenweihnachtslied: "Menschen, die ihr wart verloren."